Ming kleine Biographie Deil III 

  

Angefangen hat alles auf den wöchentlichen Partys im "Beat Keller", es folgte die Kneipen und Discos in der Stadt und auf dem Ring, Studio B im WDR, und Kunsthochschule  Köln. Dort hatte ich dann das Glück, auf die Bläck Fööss zu treffen, die uns damals wertvolle Tipps gegeben haben, wie wir unseren Sound verbessern können, das habe wir dann auch gerne angenommen. Gut, wir hatten in der Woche so zwei bis drei Auftritte, aber eines Tages, kam der "Ernst des Lebens". Eine Lehre sollten wir machen, weil unsere Eltern gemeint haben, bevor wir Musiker werden, sollen wer erst mal was "Anständiges" lernen, und dann könnten wr immer noch Musiker werden. Das haben wir dann auch gemacht, haben nebenher eine Lehre gemacht, äber dann kam einer, der uns wirklich einen Strich durch die Rechnung gemacht hat: Der Staat ! Der Staat wollte richtige Männer aus uns machen, und hat uns zu den Waffen gerufen. Mich nicht, ich habe verweigert, und bin auch auf Anhieb damit durchgekommen, und habe dann bei der AWO angefangen. Da ist die Kapelle natürlich auseinander gebrochen, und es war nichts mit mit der Profikarriere.

  

Ich habe trotzdem weiter Musik gemacht, mit einem Akustiktrio, aber das hat mir dann irgendwann auch keinen Spaß mehr gemacht, und ich habe angefangen, ganz für mich allein zu spielen, habe meine Spieltechnik umgestellt und das Zupfen gelernt, habe Lieder dazu gesungen, und habe mich auf meinen Beruf konzentriert. Ich hatte ja jetzt mehr Zeit, und so wurde ich in meinem Beruf, ich habe Zahntechnik gelernt, immer besser, und habe dann in Köln meine Meisterprüfung gemacht. Nebenbei, habe ich auch noch mein Fachabi gemacht.  Weil ich aber in Köln keinen Meisterjob gefunden habe, habe ich mich bundesweit beworben, und da kam das Angebot aus Rottweil, ich konnte dort ein Labor als Betriebsleiter, mit 20 Mitarbeitern, übernehmen. Ich bin dann mit meiner ersten Frau und Tochter, nach Rottweil gezogen, und habe dort gearbeitet. Ich habe gut verdient, es hat auch Spaß gemacht, aber ich hatte den Wunsch mich selbständig zu machen. Ich habe gedacht, wenn ich schon jeden Tag 14 Stunden arbeite, dann kann ich das auch für die eigene Tasche tun. Und so habe ich mit meinem damaligen Abteilungsleiter, kurzerhand ein Labor gebaut und gegründet. Jetzt habe ich jeden Tag 16 Stunden gearbeitet, und weniger Geld hatte ich auch, aber es war mir. Das lief auch gut, ich konnte dann mit der Zeit den Laden auch mal allein lassen und segeln gehen.  

  

Dann ist meine Frau an Krebs gestorben. Das war ein herber Schlag, ich habe mir eine Auszeit genommen, und bin segeln gegangen. Ich habe in der Zeit viel gesehen und auch gelernt. Gott sei Dank ist das gut gegangen und das Labor lief immer noch.

Ich habe dann auch wieder geheiratet und bin noch mal Vater geworden, das ist jetzt 14 Jahre her. Aber das war ja nicht genug, vor ein paar Jahren bin ich dann lebensgefährlich erkrankt, und habe schon den Himmel gesehen, aber ich hatte Glück, und sie haben mich noch mal zurück geholt. Danach konnte ich nichts mehr,  konnte nicht mehr laufen, nicht mehr Gitarre spielen, konnte nicht mehr singen, eigentlich konnte ich überhaupt nichts mehr. Für meine Firma musste ich Insolvenz anmelden, das Leben war eigentlich vorbei. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mir das so hingenommen hätte, Stück für Stück habe ich alles wieder mühsam gelernt, und bin heute eigentlich ganz zufrieden. Nur eins, das habe ich nie vergessen, das war das Musik machen. Und genau das ist es, was ich heute noch machen kann, und das ich heute auch wieder mit viel Liebe ausübe. Ich habe das, was ich eigentlich mein Leben lang machen wollte, so ungefähr 40 Jahre danach, endlich wahr gemacht, ich bin in´s Profi Lager gewechselt.

Es würde mich freuen, wenn ihr mich dabei unterstützen würdet. Natürlich habe ich wieder viel zu viel geschrieben, aber ich könnte hier noch viel mehr Anekdötchen schreiben, aber ich glaube die Seite ist hier zu Ende...